Bin ich als Arzt oder Ärztin dazu verpflichtet, die ePA mit Daten zu befüllen?
Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind gesetzlich verpflichtet, bestimmte Informationen über die aktuelle Behandlung des Versicherten in die elektronische Patientenakte (ePA) einzustellen (§ 347 Abs. 1 SGB V). Dies setzt voraus, dass der jeweilige Arzt oder Therapeut Zugriff auf die ePA hat. Die Patientin oder der Patient darf dem nicht widersprochen und auch keine Einschränkungen hinsichtlich der einzustellenden Informationen, wie z.B. Medikationspläne oder Labordaten, vorgenommen haben. Darüber hinaus haben Patientinnen und Patienten das Recht, von ihrem Arzt oder Psychotherapeuten die Aufnahme weiterer gewünschter Daten in die ePA zu verlangen. Darüber hinaus müssen die Daten von der Ärztin oder dem Arzt selbst erhoben werden (Ausnahme: beauftragte Arbeiten, z. B. Labor, die der beauftragenden Ärztin oder dem beauftragenden Arzt zuzurechnen sind und somit von ihr oder ihm in die ePA einzustellen sind), aus dem aktuellen Behandlungskontext stammen und elektronisch vorliegen. Die Praxen sind nicht verpflichtet, Papierbefunde der Patientinnen und Patienten einzuscannen.
Daten, die Ärztinnen und Ärzte einpflegen müssen:
• Dokumente zu Laborbefunden
• Befunddaten aus bildgebender Diagnostik
• Befundberichte aus invasiven und chirurgischen sowie nicht - invasiven oder konservativen Maßnahmen
• elektronische Arztbriefe
• Ergebnisse genetischer Untersuchungen oder Analysen / Achtung: Die Speicherung ist nur nach ausdrücklicher schriftlicher oder elektronischer Einwilligung des Patienten zulässig
• Dokumente zur Unterstützung des Medikationsprozesses (voraussichtlich ab 2. Halbjahr 2026):
o Daten des elektronischen Medikationsplans als MIO
o Daten zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) als MIO Informationen zur Definition „Befundbericht“ finden Sie z.B. unter: Elektronische Patientenakte: Was der Befundbericht bei der Befüllungspflicht bedeutet – Deutsches Ärzteblatt

